Ein tolles Wochenende mit Rotaract Polen

Meine Reise zur Distriktkonferenz des D2230 (Polen, Ukraine, Weißrussland). Eine Distriktkonferenz, die gleichzeitig eine große internationale Veranstaltung ist – so etwas passiert bei uns in Deutschland eher selten. Im Distrikt 2230 nicht, denn zu diesem Distrikt gehören die Länder Polen, Ukraine und Weißrussland.
 
Zu meinem Glück fand die diesjährige Konferenz am Himmelfahrtswochenende statt, so dass ich mich schon am Mittwochabend auf den Weg machte. Mit dem Reisebus ging es von Bremen nach Gdynien, das mit Sopot und Danzig die sogenannte Trójimiasto („Dreistadt“) bildet. Dort nahm mich 14 Stunden später Jacek, ein Rotaracter aus dem RAC Trójimiasto, den ich bis dahin nur über Facebook kannte, in Empfang. Wie bereits vorher angekündigt, hatte seine Mutter ein opulentes Frühstück gezaubert, das mich für das Sightseeing stärkte.
Gemeinsam mit den „Poland Trip 2012“-Teilnehmern (aus Australien, Brasilien, Italien, Spanien, Ukraine und Ungarn) und den örtlichen Rotaractern ging es auf das Gelände der Leninwerft, wo an die Gründung der Gewerkschaft „Solidarność“ erinnert wird, die entscheidend an der politischen Wende 1989 mitwirkte. Von dort aus spazierten wir durch die Danziger Altstadt, vorbei am „Goldenen Tor“ und zur Mottlau, auf der wir eine Bootstour durch den Hafen machten.
 
Am nächsten Tag fuhren wir dann in Richtung Toruń, wo wir an der Jugendherberge von strahlendem Sonnenschein und einer lokalen Spezialität begrüßt wurden: Lebkuchen und Wodka mit Lebkuchensirup – erstaunlicherweise wirklich lecker! Mit dem Bus ging es abends an einen Aussichtspunkt am Flussufer, wo wir auf die 15-Jahres-Charter des RAC Toruń anstießen. Danach wurde dann in einem Club in der Innenstadt gefeiert.
 
Der Samstag war für den offiziellen Teil reserviert. Eröffnet wurde die Konferenz (übrigens auf Englisch) unter anderem vom Vize-Governor des D2230, der eine Präsentation über Rotary in Polen hielt (72 Clubs, 1700 Rotarier). Sein Fokus lag auf der Frage, wie Rotary verjüngt werden kann und wie Rotaracter eingebunden werden können. Einige Ideen waren wiederzuerkennen: Gründung von e-Clubs, Beitragssenkung, mehr junge Leute und Frauen in die Clubs. Es folgten Präsentationen der einzelnen RACs über ihre Projekte, die Wahl des besten Projektes, des besten Clubs und des besten Rotaracters des Distrikts. Und natürlich die Wahl des Distriktsprechers für das Jahr 2013-14. Es gab zwei Bewerber gab, die sich einer intensiven Fragerunde stellen mussten. So etwas hatte ich in Deutschland noch nie erlebt. Insgesamt nahmen die Rotaracter die Konferenz sehr ernst, obwohl diese den ganzen Tag dauerte. Die „außerdistriktischen“ Gäste wurden zwischenzeitlich zu einer Sightseeingtour durch Toruń gebeten.
 
Der Abend war der Charterfeier gewidmet. Doch statt eines Balls gab es eine Kostümparty, mit dem Motto „Charaktere aus Film und Fernsehen“, so dass wir als Bonnie, Dr. House, dem Joker und Lara Croft feierten. Etwas ungewöhnlich für mich war, dass nicht gemeinsam gegessen wurde, sondern jeder einfach irgendwann kam, sich am Büffet bediente und dann wieder ging.
 
Trotz des Partyendes zu später Stunde waren zum Frühstück wieder alle auf den Beinen und es ging ans Verabschieden. Dies fiel mir sehr schwer, denn in den wenigen Tagen habe ich viele supernette und hilfsbereite Menschen kennengelernt, Einladungen nach Warschau, Danzig und Breslau erhalten, und festgestellt, dass Rotaract in Polen wahnsinnig lebendig und vielfältig ist. Ich werde bestimmt wieder hinfahren und kann jedem nur empfehlen solche Gelegenheiten auch wahrzunehmen.

 
Autorin: Johanna Bischoff | Rotaract Club Bremen
Fotos: Kasia Kasprowicz, Alexandra Ryniak